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Unesco Weltkulturerbe Völklinger Hütte


66333 Völklingen

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Die Völklinger Hütte im saarländischen Völklingen war über ein Jahrhundert lang ein Eisenwerk. Sie wird oft als „Ikone der Industriekultur“ oder als „Kathedrale der Arbeit“ bezeichnet, die mit den Namen C. Röchling, S. Thomas und ab 1982 mit Arbed Saarstahl GmbH verbunden bleibt.

1994 erhob die UNESCO die Völklinger Hütte aus der Blütezeit der Eisen- und Stahlindustrie als erstes Industriedenkmal auf der Welt in die Liste der Weltkulturerbe der Menschheit. Einzigartig ist, dass alle Phasen der Roheisenerzeugung am authentischen Ort nachvollziehbar sind.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist heute der wichtigste Standort der Industriekultur in Europa. Sie ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH). Außerdem gibt es zahlreiche kulturelle Veranstaltungen in der Hütte, die jährlich von über 200.000 Menschen besucht wird.

Geschichte
Alles begann 1873 mit dem Hütteningenieur Julius Buch, der bei Völklingen an der Saar ein Stahlwerk gründete. Schon nach sechs Jahren jedoch musste er sein Werk schließen, da es sich wegen der hohen Zölle für das Roheisen nicht mehr für die Verhüttung rentierte.

Im Jahr 1881 kam es unter Carl Röchling zu einem Neuanfang. Er kaufte die stillgelegten Anlagen. Zwei Jahre später konnte der erste Hochofen in Betrieb gehen. Schon 1890 waren die „Röchling’schen Eisen- und Stahlwerke“ der größte Eisenträgerhersteller Deutschlands.

Ein Jahr später wurde das Thomas-Stahlwerk der Völklinger Hütte eröffnet. Das Thomas-Verfahren wurde zwar erst relativ spät eingeführt, zeigte jedoch bald Erfolge: Nun konnte auch die lothringische Minette, ein Eisenerz aus der benachbarten Grenzregion, in Völklingen verhüttet werden. Bis 1963 wurde Minette eingesetzt.

Um die hohen Temperaturen, die zur Stahlherstellung nötig sind, zu erreichen, brauchte man nicht nur Kohle, sondern vor allem Koks. Deshalb wurde 1897 die erste Koksbatterie direkt neben den Hochöfen errichtet. Drei Jahre später nahm die erste Gasgebläsemaschine ihren Betrieb auf. 1911 entstand eine Hängebahnanlage zur Beschickung der Hochöfen.

Als 1928 die Sintertechnik Einzug hielt, entstand in Völklingen eine der modernsten und größten Sinteranlagen Europas. Sie erlaubt das Recycling von Abfallprodukten wie Gichtstaub und Feinerz.

Während des Zweiten Weltkrieges arbeiteten etwa 70.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in den Bergwerken, Hütten und Fabriken des Saarreviers. Für leichtere Arbeiten wurden auch Frauen eingesetzt, denen bis dahin das Betreten der Produktionsanlagen verboten gewesen war. In der Völklinger Hütte waren bis zum Kriegsende Tausende von Männern und Frauen unter anderem aus Russland, Polen, Jugoslawien, Frankreich, Belgien und Luxemburg unter schwersten Bedingungen beschäftigt.

1952 erreichte die Hütte ihren Höchststand an Produktion bedingt durch den Bauboom in der Nachkriegszeit. Erst mit der Rückkehr des Saarlandes an Deutschland Ende 1956 erhielten die alten Besitzer, die Industriellenfamilie Röchling die Völklinger Hütte zurück. Im Jahr 1965 zählte die Hütte 17.000 Mitarbeiter. Die weltweite Stahlkrise erfasste 1975 auch die Völklinger Hütte. Während der luxemburger Stahlkonzern Arbed bis 1971 im Saarland den Standort Burbach betrieb, fusionierte die Völklinger Hütte mit den „Vereinigten Hüttenwerken Burbach-Eich-Düdelingen“ zur gemeinsam mit Röchling betriebenen „Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH“. Mit der Integration des Neunkirchener Eisenwerks wurde 1982 die Arbed Saarstahl GmbH geschaffen, bei der die Familie Röchling ausschied.

1986 wurden die Hochöfen der Völklinger Hütte stillgelegt. Tausende von Menschen verloren daraufhin ihren Arbeitsplatz. Im gleichen Jahr wurden die stillgelegten Teile unter Denkmalschutz gestellt. Besonders durch das stark ausgeprägte Bürgerengagement in der neu gegründeten Initiative Völklinger Hütte wurde bewusst, dass ein Abriss von der Bevölkerung nicht toleriert würde. Das Eisenwerk wird zum Industriedenkmal; das Stahlwerk und andere Teile der Hütte blieben in Betrieb und gehören seit 2002 durch die Fusion zum luxemburgisch-französisch-spanischen Stahlkonzern Arcelor. Seit 1992 werden die verschiedenen Teile des Denkmals kontinuierlich instandgesetzt, begehbar gemacht und für den musealen Betrieb umgenutzt.

1994 erklärte die UNESCO die Völklinger Hütte zum Weltkulturerbe.

Völklinger Hütte heute
Seit Mitte der Neunziger Jahre finden auf dem Gelände des ehemaligen Eisenwerks Kulturveranstaltungen statt. Das Spektrum reicht vom Open-Air Rockkonzert bis zur Kammermusik oder zur Ausstellung über Mensch, Natur und Technik.

Seit 2004 ist das Ferrodrom zu besichtigen, das erste Science Center im Saar-Lor-Lux-Raum, eine multimediale Erlebniswelt rund um Eisen und Stahl. Es gibt Exponate zur Kulturgeschichte des Eisens, Eisen zum Anfassen, Filme, aber auch Gespräche mit Zeitzeugen und Führungen durch frühere Hüttenarbeiter, die plastisch von der Arbeit am Hochofen berichten.

Nach Ausstellungen wie GameArt, InkaGold und „Schätze aus 1001 Nacht“ war bis Mitte April 2006 die Ausstellung „nackt -nu 1850-1900“ zu besichtigen, die über 100 historische Aktfotografie aus der saarländischen Sammlung Uwe Scheid zeigte. Seit Mai 2006 findet die Ausstellung "Macht & Pracht" statt, die den Glanz Europas im 19. Jahrhundert zeigt.

Wissenswertes
1987 wurde die Völklinger Hütte als Drehort für Pete Yorks Schlagzeug-Show „Superdrumming" genutzt.

Bilder und Text dankend von http://www.wikipedia.de

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